Zur 32. Abendlichen Sieben Sterne Führung trafen sich ca. 120 Kinder, Frauen und Männer aus nah und fern - z.B. München, Berlin, Döbeln, Belgern, Herzberg und Mühlberg. Wir haben uns über die auswärtigen wie hiesigen Gäste sehr gefreut!

Ein großer Lebensbaum aus Kerzen im Kirchenschiff erzählte von den Sieben Pflanzen des Heiligen Landes: Gerste, Granatapfel, Weizen, Oliven, Trauben, Datteln und Feigen. Es wurde erzählt, gekostet und Klavier- und Flötenmusik gelauscht.

Ca. 2.300 Teelichter schufen dieses Mal eine besondere Atmosphäre. Die nächste Sieben Sterne Führung findet am 24.03.2017 um 20:00 Uhr statt.

 

Erste Rosen

Erste Rosen erwachen,
und ihr Duften ist zag
wie ein leisleises Lachen;
flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;

und wohin du langst,
da ist alles noch Angst.

Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.

Rainer Maria Rilke

Liebe Rosenkavaliere von Mühlberg!

 Im vorigen Jahr haben Sie uns unterstützt bei der Aktion „Rosen im Kreuzgang“ 
für das Kloster Marienstern.
Schon in diesem Jahr dürfen wir und die vielen Gäste sich erfreuen
an den verschiedensten Rosen und den Clematis.
Es ist eine Blütenpracht - ein Duft - Farben,
die die Sinne berühren und Freude ins Leben bringen.

Wir vom Kloster Mühlberg sind Ihnen dafür unendlich dankbar und bringen mit diesen Blumengrüßen unseren Dank zum Ausdruck.

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Mühlberg, im Oktober 2013

Liebe Freunde und Bekannte!

Ein ganz herzlicher Gruß von mir aus Mühlberg. Seit April 2013 bin ich nun weg vom Dreifaltigkeitsberg und plötzlich merke ich, dass ich doch schon ein gutes Stück in Mühlberg angekommen bin. Alles war neu, ich musste erst mal auch Menschen kennenlernen, die Strukturen sind anders als im Schwäbischen. Geduld war gefordert, was mir nicht immer leicht fiel – wer mich kennt, weiß das. Doch so allmählich spüre ich in mir, dass mir das Jahrhunderte alte Kloster Marienstern in Mühlberg doch schon ans Herz gewachsen ist.

Aber auch dort sind noch Aufgaben zu bewältigen, die mir neu sind und die mich vor eine riesige Herausforderung stellen: Eines davon ist die Westfassade der Klosterkirche. Sie bildet eigentlich den Blickfang für das gesamte Kloster. Doch sie ist dem Verfall preisgegeben. Steine liegen am Boden, aus dem Gemäuer wachsen schon Birken, der Glockenturm ist so gefährdet, dass man mir immer wieder sagt, wenn es so weitergeht, darf ich bald nicht mehr läuten. Das hat mich getroffen und mir wurde klar: „Das darf nicht geschehen!“

Die marode Fassade ist nicht bloß Fassade, sondern sie ist Zeugin einer langen Geschichte, eines Gewordenseins, ein Teil der Menschheit, ein wichtiges Stück „Mühlberg“, das vielen Heimat bedeutet.
Wenn ich das Kloster sehe und die gebrochenen Steine, dann gehe ich in Gedanken die Jahrhunderte zurück und plötzlich erfüllt es mich mit Dankbarkeit. Denn was von diesem Kloster an Bildung, an Gebet, an Segen, Wachstum und Reife schon ausgegangen ist…. Was an Leid, Elend haben diese Steine der Westfassade schon erlebt, aber wie viele Melodien von Freude, Hoffnung, Glauben konnten sie hören.

An der Fassade wird aber auch sichtbar, wie zerstörerisch der Tornado an Pfingsten 2010 getobt hat. Er hat die gotischen Steintürmchen, man nennt sie auch Fialtürmchen, heruntergefegt. Nur noch einer von einst acht Türmchen ist übrig. Es ist das eine Türmchen, das Sie noch sehen oben im Logo. Es ist höchste Zeit, dafür etwas zu tun, damit wir die „Fassade“ stabilisieren und der Klosterkirche auch ihre Würde wieder zurückgeben.

Es gibt eine Lösung, nach der möchte ich gerne greifen. Aber alleine kann ich das nicht. Die Sanierung kostet 165.000 €. 145.000 € haben wir eigentlich schon. Das Denkmalschutzamt hat sie zugesagt. Aber nur, wenn wir selbst die fehlenden 20.000 € aufbringen.

Eigentlich ist das Aufgabe der Stadt Mühlberg. Die Stadt hat aber kein Geld. Viel Arbeitslose, keine Fabriken, sehr viel alte Leute…. Und gerade sie bräuchten Hoffnung. Der Zuschuss würde verfallen. Was tun?  Deshalb tue ich heute etwas, was ich noch nie getan habe, nämlich bei Ihnen betteln.

Wenn wir bis 31. Dezember diesen Jahres das Geld nicht haben, verfällt der Zuschuss und dann verfällt auch die Fassade. Das tut mir einfach weh. Wenn Sie mit einem Euro helfen, versiebenfacht sich Ihre Spende durch den Zuschuss des Denkmalamtes.

Ich bin nach Mühlberg versetzt worden, weil ich glaube, dass wir Claretiner dort einen Auftrag haben. Wie Sie mich kennen, setze ich mich dort genauso ein für die Menschen, für ihre Heimat und für gute Werte und Zeugen der Vergangenheit wie das Kloster Marienstern.

Ich träume davon, dass das Kloster wieder aufblüht, dass es zur geistigen und geistlichen Heimat vieler suchender Menschen wird, dass Menschen in diesem Kloster einen Arbeitsplatz finden, dass neue Freude sich in Mühlberg entfalten kann und Menschen, Ortsangehörige und Touristen hier einen guten Ort antreffen, einen Ort der Stille und der Spiritualität.

Ich träume davon dass die Klosterkirche sich bald wieder zeigen wird mit ihrer majestätischen und spirituellen Prägung und hoffnungsfroh in die Zukunft blicken kann. Und dazu lade ich Sie ein!

Ich bitte Sie heute, uns Claretinern und den Menschen in Mühlberg, nach Ihren Möglichkeiten zu helfen.

Von Herzen danke ich Ihnen für Ihr Interesse, Ihren Mut und Ihre Freundschaft und wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.

Ihr Pater Alois Andelfinger

PS: Natürlich können Sie eine Spendenquittung von uns bekommen. Geben Sie bitte Ihre Anschrift im Verwendungszweck auf dem Zahlschein an.

Noch eines ist mir sehr wichtig. Sie sind herzlich willkommen bei uns, wenn Sie in die Nähe kommen oder unterwegs sind auf dem Elbradweg. Ich würde Sie mich darüber sehr freuen, wenn Sie sich melden und bei mir vorbeikommen. 

Sparkasse Elbe-Elster - BLZ 180 510 00 - Ktnr: 0201011654